Nun hat auch die Integrierte Versorgung für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen in Bremen Einzug gehalten. Im Bremer Westen ist die „Integrierte Versorgung Rückzugsräume" der Gesellschaft für ambulante psychiatrische Dienste GmbH [GAPSY] eingerichtet worden. Betroffene in einer akuten Krise erhalten eine kurzfristige Bleibe. Die GAPSY koordiniert die Versorgung, die in enger Zusammenarbeit mit 10 niedergelassenen Nervenärztinnen und -ärzten, einer Apotheke und der AOK Bremen/Bremerhaven und der hkk Bremen als Kostenträger stattfindet. Die GAPSY hat das Anliegen, die Partnerinnen und Partner der ambulanten sozialpsychiatrischen Versorgung enger miteinander zu verzahnen. Fachliche Ressourcen zu nutzen, Synenergien zu schaffen und sinnvoll Kosten zu reduzieren verwirklicht sich mit dieser Versorgungsleistung. Für die Betroffenen bedeutet es, in jeder Lebenssituation gut versorgt zu sein.
Vorzüge der wohnortnahen Akutversorgung
Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen benötigen in einer akuten Krise unterschiedliche Formen der Unterstützung. Viele dieser notwendigen Hilfen konnte das sozialpsychiatrische Versorgungsnetz bisher nicht leisten. Häufig bedürfen die Betroffenen Schutz und sollten ihr häusliches Umfeld nur für einen kurzen Zeitraum verlassen können. Bislang mussten sie eine psychiatrische Klinik aufsuchen. Ein teil- oder vollstationärer Aufenthalt beinhaltet jedoch, sich den Reglements des Klinikalltags unterzuordnen und den Kontakt zur eigenen Häuslichkeit kurzfristig zu verlieren.
Wer keine klinische Behandlung über 24 Stunden benötigt und eine Rückzugsmöglichkeit sowie Geborgenheit sucht, hat mit der „Integrierten Versorgung Rückzugsräume" eine wirkliche Alternative gefunden. Wohnortnah werden die Betroffenen ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend medizinisch und sozialtherapeutisch versorgt. Durch kontinuierliche professionelle Nähe fühlen sie sich sicher. Gleichzeitig verlieren sie ihr soziales und häusliches Umfeld nicht aus den Augen.
Die „Integrierte Versorgung Rückzugsräume" beinhaltet maßgeblich den Ansatz der Selbstbestimmung der Betroffenen. Verschiedene Partner zeigen sich verantwortlich, damit die akute Krise überwunden wird: Ärzte, Fachkräfte der GAPSY und die betroffene Person. Letztere kann die Lebenssituation als vorübergehende Verschlechterung einschätzen und an der Veränderung selbstverantwortlich mitwirken.